Charts für alle mit Andreas Dorau

Eines unserer zeitgenössischen Lieblingslabels (Staatsakt) schreibt uns einen elektronischen Brief, den wir Euch nicht vorenthalten können.

Der Ausnahmekünstler Andreas Dorau war mit seiner Musik noch nie in den Albumcharts.

Andreas Dorau
Andreas Dorau
Zwar konnte er sich mit seinen Hits wie Fred von Jupiter oder Girls in Love über Wochen in den Single-Charts in diversen Ländern gemütlich machen, aber er hat nie genügend Scheiben in einer Woche verkauft, um irgendwo in den Top-100 zu landen. Ärgerlich.

Wir, vom Kunst- und Kulturbüro Staatsakt haben es uns deshalb zum Ziel gemacht, Andreas Dorau endlich in die Album-Charts zu bringen. Und zwar mit seinem 10. Studioalbum Die Liebe und der Ärger der Anderen.

Die ganze Unternehmung bereitet sowohl dem Künstler als auch uns bisher eine diebische Freude.

Nun, fragt Ihr Euch sicher: Wie stellt man das an?! Warum ausgerechnet jetzt?!

Wir haben die wichtigsten Fakten für Euch zusammengetragen:

Produkte müssen teuer unbedingt sein. Darum konnten wir Andreas Dorau zum ersten Mal in seinem Leben für das Format Doppel-Album überreden. Denn in Deutschland zählen die sogenannten Wertecharts. Es wird also nicht die Anzahl der verkauften Tonträger, sondern die Gesamtumsatzsumme gerechnet. Je höher das Umsatzvolumen desto höher die Chartposition. Ein Doppel-Album ist deutlich teurer als eine Einfach-LP

Darf ein Album dann auch über 100 Euro kosten?! Nein, es gibt eine Obergrenze. Maximal werden 50 Euro pro Unit gezählt

Wir haben darum ein Box-Set hergestellt, dass zum Doppel-Album nochmal 10 extra Stücke verteilt auf einer Flexi-Disc (Wundermund) und einem Tape (Die schwarze Kassette) enthält, um ein Produkt von 50 Euro auf den Markt zu schmeissen

Andreas Dorau – Liebe ergiebt keinen Sinn (Kurzversion)

Das Box-Set aber auch die Vinyl-Ausgabe sind streng limitiert. Auf jeweils 500 Einheiten. Es setzt den Fan unter Druck. Der Fan spürt das: Morgen gibt es die nur noch bei Discogs zu astronomischen Preisen zu kaufen…

Der Kunde sollte über in den Online-Shops schon Wochen vor der Veröffentlichung unbedingt zum vorbestellen genötigt werden, denn alles was vor dem Veröffentlichungstermin bestellt wird, fließt selbstverständlich in die erste Chartwoche hinein…

Wer es in die Charts schafft, hat starke Argumente für die Festivals und im Radio

Nun, Andreas Dorau hat zwar definitiv ein Radiogesicht, aber die passende Stimme dazu hat er leider nicht… (Zitat aus dem Song Radiogesicht)

Chartparty

Heute Abend feiern wir im Biergarten vom Festsaal-Kreuzberg ab 19:00Uhr selbstbewusst eine Chartparty. Nächste Woche Donnerstag (Trotz G20-Gipfels) gleich eine Chartparty in der Hanseplatte Hamburg hinterher. Wir sind uns unserer Sache also ziemlich sicher.

Warum?!

Weil wir wissen, dass wir uns auf unseren Kundenstamm verlassen können. Auf Euch!
(Igitt, ist das perfide!)

Hier sieht man Andreas Dorau beim windigen Auspacken des Box-Sets:

Andreas Dorau packt aus! Seine neue Limited Edition Box.
Andreas Dorau: Packt aus

Andreas Dorau packt aus! Seine neue Limited Edition Box. from Andreas Dorau on Vimeo.

Für Alle…

Während wir hier von Charts reden, redet die CDU ernsthaft wieder von „Arbeit für alle“.

Was für ein verlogener Mist ist das denn, bitteschön?! Da können die Spin-Doktor_Innen zwischen Bertelsmann und Parteizentrale wirklich froh sein, das sich längst alle auf Trump und sein Fakenews-Schmierenkomödie stürzen. Der hat sie vermutlich sogar dazu inspiriert dumm und dreist auf diesem Slogan zu gehen.

Mal ehrlich: Im Jahr 2017 unter den Vorzeichen von Arbeit 4.0 von einer Vollbeschäftigung für alle zu reden, ohne auch nur einen Satz über die Arbeit der Zukunft zu verlieren, hat etwa die gleichen Charme, wie dummdreist Dieselmotoren „zukunftsfähig“ zu manipulieren.

Liebe CDU! Wir wissen, viele Eurer Wähler sind schon längst im letzten Lebensdrittel angelangt, und man will sie nicht auf den letzten Metern mit irgendwelchen beängstigen Fragen in Richtung Zukunft konfrontieren. Der Ausstieg aus der Atomenergie war schließlich schon schockierend genug!

Und so eine Partei der Mitte sollte nach Möglichkeit immer einfache Antworten auf die komplizierten Fragen des Lebens für seine Bürger parat haben.

Aber dennoch wäre doch hier eine „Idee für alle“ erstmal dringend von Nöten.

Nein, es wäre die Basis für alle Fragen nach der Zukunft der Arbeit.
Denn die Automation der Industrie, der Verwaltungen und auch der Dienstleistungsbereiche geht rasend schnell voran. Das kriegst Du, liebe CDU/CSU auf Deinen Dorf-Versammlungen womöglich gar nicht mit.

Und nur weil wir ein demographisches Gefälle haben, ist damit noch keine einzige Frage der Arbeit geklärt. Überhaupt: Sollten wir nicht erstmal die Frage nach Deutschland als Zuwanderungsland beantworten, oder schließt Du mit „Arbeit für alle!“ tatsächlich ALLE MENSCHEN ein. Also auch die Menschen, die vor den Toren der Festung Europas stehen?!

Das lassen wir jetzt einfach mal so stehen.