Dagobert - Welt Ohne Zeit VÖ: 01.03.2019 (Staatsakt/Caroline International)

Dagobert – Welt Ohne Zeit

„The Man who fell from Earth“ ist ein seltsamer Science-Fiction-Film von Nicholas Roeg; er handelt von einem Außerirdischen, der auf der Erde strandet und ein Raumschiff bauen will, um endlich die Rückreise antreten zu können.

Dagobert - Welt Ohne Zeit VÖ: 01.03.2019 (Staatsakt/Caroline International)
Dagobert – Welt Ohne Zeit VÖ: 01.03.2019 (Staatsakt/Caroline International)
Eine ähnliche Ankunft ereignete sich vor ein paar Jahren in der deutschen Hauptstadt. Plötzlich tauchte da dieser Außerirdische auf (okay, er war Schweizer); ein schöner junger Mann voller Weltschmerz, in einem maßgeschneiderten, wie von einer langen Reise zerschlissenen Frack. Er trug den seltsamen Comic-Namen Dagobert. Wie man hörte, lebte er in dem Hinterzimmer eines kleinen Cafés, von nicht viel mehr als seiner Sehnsucht. Wie man weiter hörte, hatte er zuvor fünf Jahre lang wie ein Einsiedler oben in den Bündner Bergen gewohnt, sich fast ausschließlich von Reis ernährt, Lieder geschrieben und zwischendurch allerhöchstens mit einigen Steinböcken kommuniziert. Er klang nach einer Figur aus der Zwischenwelt, wahrscheinlich vom Himmel gefallen, vielleicht aber auch vor zweihundert Jahren von Josef von Eichendorff erfunden und dann in der Zukunft abgesetzt.

Einsam:

Dieser Dagobert also traumwandelte da durch die Straßen von Berlin-Mitte, erstand auf dem Flohmarkt für zehn Euro ein Kinderkeyboard, auf dem er seine eingängigen, von Fernweh und unerfüllter Liebe handelnden Lieder komponierte. Spielte in einem Film von Klaus Lemke sich selbst. Und brachte die Mädchen vor Ort ganz durcheinander.

Dagobert - Max Zerrah
Dagobert – Max Zerrah
So entstanden die beiden ersten Alben „Dagobert“ (2013) und „Afrika“ (2015). Jetzt, nach fast vier Jahren, kommt endlich sein drittes: „Welt ohne Zeit“. Um die Liebe geht es dieses Mal nicht etwa auch, nein, sondern in jedem einzelnen Song. Denn Dagobert hat die vielfach unterschätzte oder auch häufig mit Naivität verwechselte Fähigkeit, den Kosmos zweier Menschen in ein paar wenigen Worten zu beschreiben. Und zwar so, dass es entweder emporhebt oder richtig wehtut.

Du und Ich:

„Welt ohne Zeit“ handelt von zehn Beziehungen, und dieses Mal, das unterscheidet sie von den Songs der ersten beiden Alben, sind es keine Sehnsuchtsgebilde; sie haben alle stattgefunden, Dagobert hat sie erlebt.

Manche sind bittersüß:
Wir hatten uns/ Wir hatten Zeit/ uns beiden gehört die Vergangenheit.

Andere todtraurig:
Du hast dich weggelebt/ aus unserer jungen Welt/ und gar nicht erst versucht/ zu machen, dass es hält.

Und wieder andere lakonisch:
Ich wünsch mir so sehr/ du wärst hinter mir her/ wenn’s nicht klappt, werd ich Kosmonaut…

„Lange Jahre war ich ein schwerer Einsiedler“, sagt Dagobert, dessen R’s und T’s so sanft klingen wie Erlösung. „Nun bin ich endlich in Berlin angekommen. Ich habe viele Menschen kennengelernt, echte Freundschaften geschlossen und konnte mich dem allen hier hingegeben.“

Flashback:

Ein echtes Berlin-Album also, allerdings ganz ohne Hässlichkeit und Betondecke.

Musikalisch sei dieses Album ebenfalls anders entstanden als die ersten beiden: „Früher war ich wie ein kleiner Diktator, der alles selber entscheiden wollte, obwohl es vielleicht gar nicht immer richtig war.“ Für „Welt ohne Zeit“ hat Dagobert sich komplett dem jungen Musiker und Produzenten Konrad Betcher anvertraut. Zusammen mit Dagoberts langjährigem Live-Gitarristen Max Zahl verschanzten sie sich in einem einsam gelegenen Haus an einem See irgendwo in Brandenburg und schliffen die musikalischen Einfälle von Dagobert zu etwas, das tatsächlich aus einer Welt ohne Zeit zu stammen scheint; ein Konzeptalbum, wie es das eben heute eigentlich längst nicht mehr gibt.

Dagobert - Max Zerrahn
Dagobert – Max Zerrahn
Als Inspiration nennt Dagobert komponierende Sonderlinge wie Tiny Tim, den musikalischen Satanisten Anton LaVey, den Moog-Pionier Mort Garson, der mal eine Platte herausbrachte, mit der er angeblich Pflanzen zum Wachsen bringen konnte. Oder auch den als Sänger möglicherweise doch unterschätzten Telly Savalas. Heraushören kann man auf der neuen Dagobert-Platte aber noch viele andere Einflüsse; New Order, die frühen Depeche Mode, aber auch die unvergleichlich süßen Synthesizer-Harmonien von asiatischem Pop, hymnische Gitarren wie bei den Manic Street Preachers oder den Scorpions.

Uns gehört die Vergangenheit:

„Welt ohne Zeit“ klingt bei all dem immer noch so schwelgerisch schön, wie man es von Dagobert gewohnt ist. Es ist aber ein bisschen fassbarer als die beiden Alben davor, stimmig und selbstbewusst, mit Liedern, die sehr aufeinander bezogen sind und trotz gemeinsamer Grundidee unabhängig voneinander schweben. Das vielleicht Beste daran: Dagobert klingt kein bisschen mehr so, als würde er sich schon bald wieder auf die Rückreise machen.

David Bowie meets Brian Ferry meets Wolfgang Petry, oder so.

Welt ohne Zeit – Tour 2019
14.03. Kulmbach, dynamic commerce
15.03.19 CH-Basel, Hirscheneck
16.03.19 CH-Zücih, M4MUSIC Festival, Mood Club (23:45 Uhr)
21.03.19 Hannover – Lux
28.03.19 Chemnitz, Atomino
29.03.19 Mainz, Schon Schön
30.03.19 Essen, Hotel Shanghai
03.04.19 Karlsruhe, KOHI
04.04.19 Stuttgart, Merlin
05.04.19 München, Kranhalle
06.04.19 Augsburg, SoHo Stage
11.04.19 Rostock, M.A.U. Club
12.04.19 Hamburg, Uebel & Gefährlich
13.04.19 Leipzig, Naumann’s im Felsenkeller
14.04.19 Dresden, Scheune
19.04.19 Berlin, Lido
03.05.19 Köln, c/o pop-Festival
wird fortgesetzt

Dagobert – Welt Ohne Zeit
VÖ: 01.03.2019 (Staatsakt/Caroline International)
Dagobert – Welt Ohne Zeit
Album-VÖ: 01.03.2019
Staatsakt/Caroline International
Formate LP/CD/Digital
LC 15105
UPC eAlbum: 04260437154349

Dagobert – Welt Ohne Zeit Tracklisting:
01 – Du Und Ich
02 – Uns Beiden Gehört Die Vergangenheit
03 – In All Unseren Leben
04 – Flashback
05 – Anna
06 – Flieg Mit Mir
07 – Ich Weiß Nicht Was Du Willst
08 – Einsam
09 – Der Geist
10 – Welt Ohne Zeit

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https://www.instagram.com/dagobertofficial

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