Jamie Saft by Vin Cin

Jamie Saft „SOLO A GENOVA“

New York, 11. Januar 2018 – Einer der produktivsten Künstler auf dem RareNoise Roster, Pianist Jamie Saft, erschien auf Aufnahmen von Bands, wie Metallic Taste of Blood, Slobber Pup, Plymouth, Red Hill, The Spanish Donkey and Berserk! und mit Kollaborationen mit Steve Swallow und Bobby Previte (New Standard, Loneliness Road mit Iggy Pop), mit Bill Brovold (Serenity Knolls), Roswell Rudd (Strength & Power) und seiner Band New Zion (Sunshine Seas). Seine Diskographie umfasst – seine Arbeit als Sideman mit John Zorn inklusive – über 160 Alben.

Jamie Safts erstes Solo Album in 25 Jahren als Recording Artist. 'Solo A Genova' auf RareNoise im Januar.
Jamie Safts erstes Solo Album in 25 Jahren als Recording Artist. ‚Solo A Genova‘ auf RareNoise im Januar.

Und doch hat er nie ein Solo Album aufgenommen. „Ich habe Solo-Stücke in Aufnahmen von mir integriert, aber das hier ist etwas ganz besonderes“, sagt der vielseitige Pianist, Keyboardist. „Das ist meine erste Gesamt-Solo-Aufnahme in 25 Jahren!“

Solo A Genova ist Safts gefühlsgeladene Version von Jazz Standards und anderen amerikanischen Kompositionen. „Ich habe 2007 das erste Mal an diese Art Album gedacht“, erklärt er. „Ich wurde von meinem guten Freund Giuseppe Vigna gefragt, ob ich einen Solo-Piano Abend in Florenz, Italien, geben wollte. Zu diesem Zeitpunkt war die USA politisch gesehen in schlechtem Zustand, also wollte ich die amerikanische Musik als ein Beispiel für positive und nach vorne gerichtete Kunst darstellen – Kunst, die einen Unterschied in der Welt gemacht hat. Kunst, die dem Hass und der Negativität widerstand. Kunst, die einen positiven Weg für die Menschheit begünstigte. So entschied ich mich für Songs von Künstlern, die mir am Herzen lagen: Bob Dylan, Stevie Wonder, Miles Davis, John Coltrane, Joni Mitchell, Curtis Mayfield, Charles Ives. Wer könnte die transformativen Kräfte der Musik besser repräsentieren als diese Musiker?“

Aufgenommen im wunderschönen Teatro Carlo Felice in Genua, Italien, und einem akustisch wunderbaren Saal, stellt Saft auf Solo A Genova sein formidables Können auf einem Steinway Konzertflügel (D-274) mit diesen verführerischen Musikstücken unter Beweis. „Meine primären Einflüsse für Solo Piano sind Bill Evans, Thelonious Monk und Garth Hudson von The Band. Alle haben ein sehr eigenes Herangehen an Solo Piano entwickelt. Jeder dieser Meister beinhaltet die ganze Geschichte der modernen Musik in ihren jeweiligen Pianowelten. Ihre Musik IST amerikanische, klassische Musik.“

Jamie Saft by Vin Cin
Jamie Saft by Vin Cin

Das Album beginnt mit purere Freude auf Curtis Mayfield’s „The Makings Of You“, gefolgt von einer Interpretation von Jimmy Jam-Terry Lewis‘ „Human“, welches wunderbar mit Safts eigenem „Gates“ verschmilzt. Saft sagt, „Jeder dieser trance-mäßigen und transformativen Tunes nimmt den Zuhörer mit. Die harmonischen Herangehensweisen sind fundamental und helfen die ureigene Botschaft dieser Tunes voranzutreiben.“

Saft führt den Zuhörer mit Coltranes Ballade „Naima“ in ungewohnte Welten. Der Pianist erklärt, „Naima ist von ganz besonderer Bedeutung für mich, für meine musikalische Entwicklung. Ich habe die letzten 30 Jahre an diesem Tune gearbeitet. Es gibt ein ganzes Universum mit harmonischen Möglichkeiten innerhalb dieses Stückes. Coltrane hat Jahre damit verbracht die Grenzen der modernen Musik innerhalb dieses Stückes zu verrücken. Meine Version ist sicherlich sehr persönlich.“

Sein impressionistisches Herangehen an ZZ Tops „Sharp Dressed Man“ zeigt mutige Improvisationen und dramatische Wendungen. „Das war komplett improvisiert im Moment“, erklärt Saft. „ZZ Tops Musik ging für mich immer um Resonanzen. Ich habe versucht nach genau denselben Resonanzen im Steinway Flügel zu suchen, wortwörtlich im Inneren des Instruments! Das war der Anfang des zweiten Teils des Konzertabends, also habe ich versucht es in etwas zu transformieren mit einem klassischeren Anstrich. Als nächstes geht es zu einer Wiedergabe von Stevie Wonders ‚Overjoyed‘.“ Saft sagt, „Mit diesem Stevie Song ist eine starke und tiefe Architektur bereits vorhanden, also sah ich keinen Bedarf dieses Stück stark zu bearbeiten. Ich wollte all die Positivität und den Optimismus des Originals behalten und es gab wirklich nichts zu verändern. Es ist nur eine respektvolle und bescheidene Aufführung eines großen Meisterwerkes der modernen Pop-Musik.“

„Po‘ Boy“, ein spätes Bob Dylan Werk, erzählt von einer anderen Zeit und einem anderen Ort, sowohl musikalisch als auch lyrisch. „Dies gibt mir die Möglichkeit in ein paar entspannte Stride Styles überzuleiten mit einem Gruß an Thelonious Monk in der Herangehensweise. Ein einfacher Song kann oft komplexe, aber versteckte Strukturen aufweisen. „Po‘ Boy“ ist ein gutes Beispiel. Wendungen und ungewöhnliche Nummern von Rhythmen finden sich in diesem Stück. Es ist außerdem ein eher seltenes Stück, welches in C-Dur geschrieben wurde und das gefällt mir.“

Zwei Saft Originale, „The New Standard“ und „Pinkus“, sind gefühlvolle Stücke, die vor kurzem noch aufgenommen wurden. „The New Standard“ ist der Titelsong von einem RareNoise Album, das er mit Steve Swallow und Bobby Previte gemacht hat, derweil „Pinkus“ auf dem New Zion Trio Album Chaliwa und auf Loneliness Road erscheint. Safts Version von Joni Mitchells „Blue Room Motel“ zeigt sogar noch mehr Melancholie als das Original. „Dieser Tune war für mich immer der essentielle Ausdruck des Weges des reisenden Musikers“, sagt er. „Das Wort ‚Hejira‘, das Album von welchem der Song ist, wurde von Joni beschrieben als ‚leaving the dream no blame‘.“

Als nächstes geht Saft Charles Ives‘ „The Housatonic at Stockbridge“ an. Der Pianist sagt, „Ich habe seit Jahrzehnten an diesem Stück gearbeitet und habe gerade mal die Oberfläche angekratzt. Als Student des großartigen Komponisten und Klarinettisten Joe Maneri in den späten 80ern in Boston bekam ich die Aufgabe zu singen und mich dabei bei klassischen „Liedern“ zu begleiten, zu Schumann und Schubert. Ich habe es versucht, aber ihre Lieder haben mich nicht so angesprochen wie die von Charles Ives. Also begann ich die Idee mit Ives‘ Musik auszuprobieren. Ives harmonische Erkundungen sind revolutionär. Er hat 12-Ton Konzepte in seiner Musik verarbeitet Jahre vor Schönberg. Er hat Mikrotonalität ausprobiert, Dissonanzen, rhythmische Konfusion und multiple, musikalische Stränge nebeneinander existieren lassen. Meiner Ansicht nach, ist er einer der größten Komponisten aller Zeiten. Seine Musik ist in der klassischen Musik Europas angesiedelt, aber mit einem tiefen Verständnis für eine einzigartige, amerikanische Perspektive der Sound Manipulation.“

Saft bringt eine edle Version von „Blue In Green“, einer zarten Bill Evans Komposition, die auf dem Miles Davis Klassiker Kind of Blue (1959) erschienen ist. Das finale Stück auf Solo A Genova ist eine Interpretation eines frühen Bob Dylan Tunes „Restless Farewell“. Saft sagt, „Bob Dylan spricht darin von einem Mann, der auf sein Leben zurückschaut. Dylan sang diesen Song für Frank Sinatra an seinem 80. Geburtstag.“

Die einzigartige, hochemotionale Kreativität und die transformative Kraft von Safts Klavierspiel zieht sich durch das gesamte Werk Solo A Genova, seinem brillianten Solo Debut.

TRACKS
The Makings Of You
Human Gates
Naima
Sharp Dressed
Overjoyed
Po‘ Boy
The New Standard
Blue Motel Room
The Housatonic At Stockbridge
Blue In Green
Restless Farewell

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