Monster Truck – True Rockers

Monster Truck wurden im März 2009 in der Hafenstadt Hamilton (Ontario, Kanada) von Jon ‚Marv‘ Harvey (Gesang, Bass), Jeremy Widerman (Gitarre), Brandon Bliss (Orgel) und Steve Kiely (Schlagzeug) gegründet.

Harvey und Widerman waren bereits einige Jahre miteinander befreundet, lebten sogar eine Weile im gleichen Haus und teilten ihre Liebe zum Sound der frühen Grand Funk Railroad. Sie sprachen oft davon, gemeinsam eine Rockband zu gründen. „Eines Tages waren Jon und ich bei einer Party.“, erzählt Widerman. „Ich war schon ziemlich betrunken, saß auf dem Boden und dachte wieder über diese Idee nach.“

Kiely besaß damals einen großen, schmutzigen, lauten alten Van, dem Widerman den Spitznamen Monster Truck verpasst hatte. „Ich dachte einfach, das sei ein cooler Name für ihn. Plötzlich sprang ich auf, rannte zu Jon und rief ihm ganz aufgeregt zu ‚Mann, wir sollten diese Band gründen und sie Monster Truck nennen.‘ Er antwortete einfach nur ‚Ok!‘“ Mit einem Bassisten und Gitarristen an Bord sah er sich im Raum um und fragte Kieley, ob er Schlagzeug spielen wolle. „Jetzt brauchten wir nur noch einen Rock-Orgelspieler.“, fügt Harvey hinzu. Gleich am nächsten Morgen rief Widerman Brandon Bliss an und die Band Monster Truck war geboren.

Die erste Probe folgte am Tag darauf. „Als wir begannen, haben wir das nicht richtig ernst genommen. Wir wollten einfach nur eine lokale Rockband sein, die am Wochenende Spaß hat.“, erinnert sich der Gitarrist. Doch immer mehr Leute kamen zu ihren Konzerten und schließlich wurde auch das kanadische Indielabel Dine Alone Records auf sie aufmerksam. Sie veröffentlichten ihre erste EP „The Brown“. Die Songs „Righteous Smoke“ und „Seven Seas Blues“ wurden regelmäßig im kanadischen Rockradio gespielt.

2013 erschien mit „Furiosity“ ihre erste LP, welche Platz 13 der kanadischen Charts erreichte und mit dem Juno Award „Breakthrough Group Of The Year“ ausgezeichnet wurde. Sie spielten beim Download Festival in Großbritannien und supporteten Vista Chino auf seiner Europatour. 2014 wurde „Furiosity“ für den Juno Award „Rock Album Of The Year” nominiert und die Band setzte ihre Tour unermüdlich fort. Sie spielten Shows mit Alice In Chains, Buckcherry, Rival Sons und schließlich ihre erste Headlinertour in Europa.

Im Februar 2016 wurden Monster Truck von Mascot Records unter Vertrag genommen und veröffentlichten ihr zweites Album „Sittin‘ Heavy“. In den darauffolgenden 18 Monaten spielten sie über 150 Shows und supporteten Größen wie Nickelback, Billy Talent und Deep Purple. „Deep Purple sind der eigentliche Grund, warum wir diese Band gegründet und eine Rockorgel haben.“, lacht Harvey. „Roger Glover ist einer meiner Lieblingsbassisten.“

Weitere Shows mit Black Stone Cherry, Volbeat, The Temperance Movement, Jane’s Addiction, Rob Zombie und Alter Bridge folgten. Viele Shows ihrer bis dahin größten Europa-Headlinertour waren ausverkauft. In London spielten sie zuerst im vollen, 350 Leute fassenden 100 Club, danach im ausverkauften Electric Ballroom, der 1100 Personen fasst – innerhalb eines Jahres! Sie spielten Mainstage Festivalslots beim RockPalast (D), Ramblin‘ Man Fair (UK), Download (UK), Rock on the Range (USA), Shiprocked (USA) und Rock in Vienna (Ö).

Während er von den Konzerten erzählt, fügt Harvey hinzu: „Wir sind eine Liveband, es ist unser Job, auf die Bühne zu gehen und Rock’n’Roll zu spielen. Wir hatten die Möglichkeit, einige wundervolle Dinge zu erleben. Ich denke, das ist das, was uns antreibt. Wir arbeiten uns den Hintern ab und das macht uns glücklich: Arbeiten, entdecken, reisen und Orte sehen, die ich mir nie erträumt hätte.“

„Für mich ist es immer ein Highlight, in einer Stadt weit weg von zuhause zu spielen, in der die Menschen sogar eine fremde Sprache sprechen.“, sagt Widerman. „Da kommen 300, 500 oder 1000 Leute an einem Mittwochabend und bezahlen dafür, nur um uns zu sehen. Es ist nicht nur sehr inspirierend, eine solche Fanbase zu haben, sondern wir sind auch sehr dankbar dafür.“

Für viele Bands ist es nicht einfach, mit Clubshows zu beginnen, dann Arena-Shows zu supporten und dann wieder in die Clubs zurückzukehren. Nicht aber für Monster Truck. „Es ist viel leichter, sich mit den Menschen in kleinen Clubs zu identifizieren.“, sagt Harvey. „Doch ich mag auch die Herausforderung, die eine große Halle mit sich bringt. Wenn Du da raus gehst, musst Du die Leute mitreißen, sonst gehst Du unglücklich von der Bühne.“

Das Tourleben kann manchmal hart und zermürbend sein. „Als wir heimkamen, war ich einfach nur glücklich, zuhause zu sein. Ich war wirklich müde, aber jetzt kann ich es kaum erwarten, wieder rauszukommen. Es liegt in der Natur eines Musikers: er ist das Touren leid, doch er kann auch nicht ohne leben.“, offenbart Widerman. „Ich bin eher ein Einzelgänger und es hat seine Opfer gefordert. Ich musste mich auf viele Arten als Person ändern. Ich glaube, das hat mich zu einem besseren Menschen gemacht, denn ich wurde aus meiner Komfortzone gerissen.

Jedes Mal, wenn ich auf Tour gehe, brauche ich drei bis vier Tage, um mich zu akklimatisieren.“, fährt er fort. „Als ich vor 15 Jahren damit begann, brauchte ich dafür Monate. Bei meiner ersten Tour dachte ich nach zwei Tagen, ich hätte es versaut. Mein ganzes Leben lang wollte ich in einer Band spielen und touren und nach zwei Tagen frage ich mich: ‚Was habe ich nur getan? Ich hasse es!‘“

Manche Dinge können sich jedoch in einem einzigen Moment ändern. „Irgendwann sah ich eine meiner Lieblingsbands live und hatte bereits ein paar Bier intus. Plötzlich hatte ich eine Offenbarung und dachte ‚Holy Shit, genau dort sollte ich jetzt sein!‘. Ich saß an der Bühne, ah dieser fantastischen Band bei ihrem fantastischen Set zu und wusste, dass es genau das war, was das Leben für mich vorgesehen hatte.“

Während der Tour hatten sie stets ein Aufnahmegerät dabei und so entstanden die ersten Ideen zu „True Rockers“. Sie schickten das neue Material regelmäßig ihrem Produzenten Dan Weller (SiKth, Young Guns, Enter Shikari) zu. „Wenn die Inspiration zuschlägt, nutze sie, sonst geht sie verloren.“, sagt Frontmann und Bassist Jon ‚Marv‘ Harvey. „Sobald Du denkst, dass es ein guter Song werden könnte, arbeite sofort weiter daran. Inspiration ist etwas sehr Kostbares.“

Harvey erinnert sich: „Wir wussten nicht wirklich, was uns erwarten würden, denn wir kannten Dan vor allem von SiKth und seinen Tech-Metal-Background. Wir nahmen einen Song für die Hockey Night Canada mit ihm auf und es war fantastisch, mit ihm zu arbeiten. Wir beschlossen, ein ganzes Album mit ihm aufzunehmen. Als wir mit der Pre-Production begannen, wurde schnell klar, dass er definitiv ein Ohr für Musik und noch mehr für präzise Melodien hat.“

Die Band kehrte für einen Monat in die Echo Mountain Studios in Asheville, North Carolina zurück. Es befindet sich in einer alten Kirche in der pittoresken Bergstadt in den Appalachen. „Asheville hat sowohl diesen Hippie- als auch Bluesvibe in sich. Jeder dort spielt ein Instrument. Es war eine wundervolle Erfahrung.“, strahlt Harvey.

Harvey ist im letzten Jahr Vater geworden und erzählt von den Auswirkungen, die die Geburt seines Sohnes auf sein Songwriting hatte. „Durch seine Geburt bin ich weniger egoistisch geworden. Nicht mehr ich zähle, nur er. Wie er aufwächst, seine Gesundheit. Welches Kind auch immer in Dein Leben tritt, es hat einen tiefgreifenden Effekt.“

Wo „Sittin‘ Heavy“ eher ernsthaft klingt, wirkt „True Rockers“ wie die pure Lebensfreude. „True Rockers“ ist der Sound einer Band, die völlig loslassen kann. „Wir möchten, dass die Leute so viel Spaß wie möglich haben, wenn sie unsere Musik hören.“

Gitarrist Jeremy Widerman fügt hinzu: „Gleich zu Beginn könnt Ihr hören, wie ich Marv anschreie und dieser Vibe zieht sich durch das ganze Album hindurch: Wir vier sind in einem Raum, schreien uns an, machen uns über uns selbst lustig und haben jede Menge Spaß dabei.“

Der Vibe von „True Rockers“ ist: komm in unsere Gang, wir haben alle Spaß zusammen, niemand wird ausgeschlossen! „Jedesmal, wenn die Leute zu unseren Shows kommen, wollen wir, dass sie sich als Teil von etwas Besonderem fühlen.“, sagt Harvey.

Dieses Motiv zieht sich durch das ganze Album und bereits der Opener „True Rocker“ ist mit Gastsänger und Mr. „I Wanna Rock“ Dee Snider (Twisted Sister) ein Statement. „Dee ist ein wahrer Rocker, niemand wäre perfekter für diesen Song als er.“, erklärt Harvey. Die Band fragte ihn, ob er Gastsänger auf dem Stück sein wolle. Er sagte ja und der Song war kurze Zeit später fertig. „Es war so einfach und unkompliziert. Ich schickte ihm eine Idee und er setzte sie perfekt um. Es ist nicht so einfach, wie es sich vielleicht anhören mag und wir fühlen uns wirklich geehrt, dass er uns unterstützt hat.“

„Thunderstruck“ ist eine weitere Naturgewalt. Ursprünglich entstand er bei den Sessions zu „Sittin‘ Heavy“, schaffte es jedoch nicht auf das Album. „Eigentlich sollte ich den Leadpart spielen, doch es fühlte sich an wie großes, klaffendes Loch.“, gesteht Widerman. „Wir hatten zu viele Problem damit, also beschlossen wir, es später noch einmal zu versuchen. Wir arbeiteten daran und ersetzten diesen Teil durch die Orgel. Seitdem klingt er großartig, denn wir haben ihn in etwas völlig Anderes und Cooles umgewandelt.“
Harvey fügt hinzu: „Wir versuchten, einen alten Bay Area Thrash-Song daraus zu machen. Ich war einmal auf einem Rock- und Metalfestival und dachte mir ‚kann eine Band bitte mal ein paar Thrash Songs spielen, damit ich mit meinen Kumpels ein paar Bier trinken und eine gute Zeit haben kann?‘ Das ist die Geschichte hinter diesem Song.“

„Devil Don’t Care“ trieft vor Bluesrock und befasst sich mit Menschen, die streng in ihrer Religion verwurzelt sind. „Der Teufel will keinen Handel mit Euch machen, denn Ihr interessiert ihn einfach nicht. Ihr versaut es komplett selbst, warum sollte er sich einmischen? Er hat Besseres zu tun, also hört damit auf, die Schuld auf ihn zu schieben und arbeitet an Euch. Und wie wäre das besser möglich als mit Blues? Warum sollte jemand Eure Seele haben wollen? Wir haben sie bereits an iPhones, Walmart und McDonalds verkauft. Von unserer glorreichen Erscheinung ist nur noch eine nutzlose Hülle übrig geblieben. Wir sind so am Arsch, der Teufel interessiert sich einen Scheiß für uns.“

Das Album schien bereits fertig zu sein, doch Monster Truck spukten noch jede Menge weiterer Ideen im Kopf herum. Schließlich hatten sie die Möglichkeit, mit den preisgekrönten Produzenten Gavin Brown und Maia Davies zusammen zu arbeiten. So entstanden die Songs „Evolution“, „Young City Hearts” und “Hurricane”. “Wir hatten die Chance, mit zwei fantastischen Hitmakern zusammen zu arbeiten, das war großartig. Denn was dabei herauskam ist anders, als alles, was wir je zuvor getan hatten. Wir hatten die Möglichkeit, zu experimentieren und etwas zu riskieren, dadurch hat das Album viele neue Farben bekommen.“, freut sich Harvey.

Widerman fügt hinzu: „Eigentlich wäre es fast kein Monster Truck Album geworden, wenn wir nach dem vermeintlichen Ende nicht noch ein paar Songs aufgenommen und verstärkt hätten, was in unseren Augen schon eine starke Platte war. Dieser Prozess war und ist immer kathartisch wenn Du denkst, Du bist bereits beim letzten Sahnehäubchen auf dem Kuchen angekommen. Doch zugleich wurde uns bewusst, dass die ursprünglichen Tracks auf dem Album stärker waren, als wir gedacht hatten.“

Zwischen all der fröhlichen Partystimmung findet sich jedoch auch wirkliche Tiefe. Das emotionale „Undone“ erzählt von Menschen, die die mit ihren Suchten und dem Gefühl der Hoffnungslosigkeit kämpfen, während der letzte Song des Albums, „The Howling“ sich mit der Frage beschäftigt, ob Geister wirklich existieren.

Mit Deep Purple zu touren war ein großer Moment für die Band und hatte einen großen Einfluss auf das neue Album. Der legendäre Keyboarder Don Airey verbrachte während der Tour viel Zeit mit Bliss. Widerman erinnert sich: „Brando hat in diesen fünf Wochen sehr viel gelernt. Don brachte ihm nicht nur einen Haufen Tricks auf der Orgel bei, sondern auch, wie er sein Instrument besser beherrschen kann.“

Im März 2019 feiern Monster Truck ihr zehnjähriges Bestehen und in dieser Zeit haben sie bereits Unglaubliches erreicht. „Ich glaube, Du musst wissen, wo Du herkommst, ansonsten weißt Du nicht, wo Du hingehen sollst.“, erklärt Harvey. „Du darfst Deine Wurzeln nie vergessen. Monster Truck entstand aus einer Partylaune heraus und ich könnte mir nichts Besseres wünschen. Ich bin so glücklich, dass ich das tun kann, was ich möchte. Ausdauer zahlt sich aus.“

Widerman lächelt: „Wenn ich an unsere Anfänge zurückdenke, glaube ich, dass ich schon damals wusste, das Monster Truck etwas Besonderes werden wird. Bereits nach den ersten Proben wurde mir klar, dass dies nicht nur einfach eine Band sein würde, die einen Plattenvertrag unterschreibt und auf Tour geht. Es war eher ein ‚Holy Shit, das ist besser als alles zuvor! Wie kann ich die Jungs nur davon überzeugen? ‘.“

Harvey führt weiter aus: “Wir streben immer nach mehr. Wie werden wir besser, wie können wir wachsen? Es gibt immer mehr im Leben, jeder von uns sollte danach streben, besser zu werden. Wir haben großartige Fans und wir haben eine großartige Zeit. Wir gehen raus und haben Spaß und lieben das, was wir tun.“

Diese Essenz zieht sich auch durch „True Rockers“: eine Band, die sich 2009 zum Spaß gegründet hat, tourt inzwischen um die Welt, weil sie sich mit ihren Fans verbunden haben. „True Rockers“ ist das dritte Album der Kanadier und verspricht, die Welt erneut platt zu walzen. Sie werden alte und neue Fans auf ihrer wilden Reise mitnehmen und es wird sich anfühlen, als hätten sie gerade erst begonnen.

 “I know who I am, A true rocker, I am a true rocker, I feel the music from inside baby, from within, I’m good to go on just about anything, No time for brakes we move full speed ahead, I know who I am, a true rocker”  True Rocker

Sagt Monster Truck nie, das Rock tot ist. Er lebt und hinterlässt eine Flammenspur rund um den Globus. Don’t fuck with the Truck.

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