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Tobias Bamborschke – Schmetterling im Winter

Tobias Bamborschke – Schmetterling im Winter

Lakonisch und mit heiterem Pathos vermisst der wütende Melancholiker Tobias Bamborschke die unbekannten Weiten seines Alltags.

Tobias Bamborschke – Schmetterling im Winter
Tobias Bamborschke – Schmetterling im Winter

Tobias Bamborschke macht Musik mit Isolation Berlin. Die Independent-Band ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Ihre Songs laufen auf 1Live genauso wie im Deutschlandfunk; auf den jungen, hippen Kanälen wie auf den bildungsbürgerlichen. Wie das sein kann? Es hat viel mit Bamborschkes Songtexten zu tun. Darin singt er mit hemmungslosem Pathos, wütender Melancholie und wohl dosiertem Witz über die eher dunklen Seiten des Daseins. Ihm gelingt das Kunststück, gleichermaßen literarisch anspruchsvoll, zugänglich und kaputt zu sein. Dabei kommt er ohne jegliche Larmoyanz daher und das macht Bamborschke zu einer einzigartigen Gestalt in der deutschen Musiklandschaft.

Bamborschkes Gedichte sind vielleicht noch eindringlichere Texte und viel mehr als nur Beiwerk. Sie scheinen beeinflusst von etwa Kaléko, Lasker-Schüler, Hesse, Trakl, Eichendorff, auch Jandl und H.C. Artmann sind nicht fern, aber wer weiß das schon und was heißt das schon? Bamborschke schlägt sich seinen eigenen Weg durch das Dickicht der Kunst. Und wenn der in Sichtweite und parallel zur Autobahn verläuft, dann ist ihm das offensichtlich und zurecht egal.