V.A. Raphaël Marionneau – le café abstrait Vol. 13

V.A. Raphaël Marionneau – le café abstrait Vol. 13

Wer elektronische Musik liebt, für den ist „le café abstrait” eine feste Größe im Leben. Vor nunmehr fast zwanzig Jahren veröffentlichte Raphaël Marionneau die erste Folge dieser klassischen Compilation-Serie. “le café abstrait” hat viele Trends an sich vorbeiziehen sehen, aber kam selbst nie aus der Mode.

V.A. Raphaël Marionneau – le café abstrait Vol. 13
V.A. Raphaël Marionneau – le café abstrait Vol. 13
Es ist ein zeitloses Konzept. “in meinen Mixes habe ich schon so viele Geschichten erzählt”, stellt Marionneau fest. “Doch dann merkte ich, dass ich noch nie meine ganz persönliche Auswahl für einen perfekten Sommertag zusammengestellt habe. Also, hier ist sie endlich.” Mit insgesamt 44 Tracks auf drei CDs kann der lange, heiße Sommer beginnen.

„le café abstrait” beginnt wie immer stilvoll. Francesco Puccionis Mystic Dimensions ist eines der profiliertesten italienischen Electro-Projekte. “From The Distance” war 2005 auf dem gleichnamigen Album versteckt, bis jetzt. Israel Vich ist ebenso so eine für Marionneau typischen globalen Entdeckungen. Der Minimal- und House-Produzent aus Lima/Peru hat weltweite und unterschiedlichen Labels veröffentlicht, sein “All The Time” ist exquisite Chill-Out-Kunst. Mit dem jungen Ben Böhmer und Pete Riveras Lounge-Legende Rivera Rotation zollt Marionneau der Arbeit zwei enthusiastischer Produzenten der deutschen Szene seinen Respekt. Dann ist Hosini an der Reihe, sein an die achtziger Jahre erinnerndes “Capella (Original Mix)” erschien auf dem Londoner Label Anjunadeep, während, Pascal Vert alias Dr. Deep House sein “Approaching IBZ” auf dem ebenso seit vielen Jahren etablierten, im Schwarzwald ansässigen Label Sine Music veröffentlichte. Marionneaus Auswahl ist aus einem Guss. Mit Sans Soucis und “Seaside” wagt er sich sogar in progressives Territorium, während Kevin Di Serna “Horizons” mystische Dimensionen erforscht und Stefan Zimbelmann auf “Gelb” sehr deep die Sonntag-Nachmittags-Session von CD1 beendet.

“in meinem zweiten Set auf ‘le café abstrait 13’ versuche ich, den Sonnenuntergang im Sommer einzufangen“, sagt Raphaël Marionneau. “Stellt Euch eine warme Brise am Meer vor. Oder die Magie, wenn es in den Bergen Abend wird.” Atlantique vom allgegenwärtigen Label Lemongrassmusic beginnen mit “Another Day, Another Island”, an diesem Bild zu zeichnen. Ross Rayer fügt mit “Tears In The Soul (Downtempo Mix)” weitere faszinierende Farben hinzu, ursprünglich hatte er diesen Track als Yoga- und Meditationsmusik konzipiert. Mit Zinovia Arvanitidis “Beneath A Stellar Sky“ folgt ein atmosphärisches Highlight, die multi-disziplinäre griechische Künstlerin erschafft ihr ganz eigenes Klanguniversum. Marionneau fährt mit weiteren außergewöhnlichen Entdeckungen fort, mit dabei sind Gudmundur Gudmundsson alias Murya mit “Der Blaue Engel”, Thomas Lemmer & Christoph Sebastian Pabst und ihr perfekt ausbalanciertes “Korallenmeer” oder Chris Coco – Stammgäste des ‘café abstrait’ kennen diesen britischen Produzenten und Musiker – der im Team mit Sacha Puttnam das cineastische, fast neo-klassische “Human” beisteuert. Was für ein Sommerabend, der mit Robert Kochs facettenreichen “Crystal Grid” endet, das einst auf dessen eigenem Label Trees & Cyborgs aus Los Angeles veröffentlicht wurde.

“Wenn diese ganz besonderen Schwingungen in der Luft liegen, dann werden Sommernächte erst richtig magisch,” sagt Marionneau. “Das ist schwer einzufangen. Man braucht einen ganz individuellen Soundtrack dafür. In meinem dritten Set auf ‚le café abstrait 13’ habe ich versucht, diesen zusammenzustellen”. Dazu hat der Hamburger DJ und Klangarchitekt eine versierte Besetzung von Chill-Out-Experten engagiert. Banco De Gaia bringt sein neues und sehr an Pink Floyd erinnerndes “Warp And Weft” mit, das Toby Marks auf seinem eigenen Label Disco Gecko veröffentlichte. Mit Bob Holroyd treffen wir einen alten Bekannten, er steuert “Wings Clipped” von seinem 2018er-Album “The Cage” bei und deckt dabei klassische und Ambient-Elemente genauso ab wie Film- und World-Music. Jorge Granda aus Ovieda in der spanischen Provinz Asturien kommt mit “Puesta de Sol” von seinem aktuellen Album “La Malvarrosa”, ein ganz eigenständiges Stück neoklassischer Musik. Natürlich muss auch Ian M. Hazeldine alias Antonymes erwähnt werden, dessen “Towards Tragedy And Dissolution” eine ebenso einnehmende moderne Komposition ist. “Toska” von Belorusia schließlich, dem in Berlin ansässigen, im Netzwerk der Ambient Zone aktiven Musiker und Visuals-Künstler aus Glasgow/Schottland, ist das beste und perfekte Beispiel für einen zeitlosen Ambient-Track.

Das Spektrum auf “le café abstrait 13” ist so breit und faszinierend wie nie zuvor. “Ich bin wirklich glücklich mit dieser Auswahl und hoffe, dass meine Hörer diese außergewöhnliche Reise durch musikalische Stile, Stimmungen, Erfahrungen und Begegnungen genießen,” fasst Raphaël Marionneau die Arbeit an den drei Mixes zusammen. “Die Idee von ‘le café abstrait 13’ ist sehr subtil und erzählt eine zeigemäße Geschichte.” Wir stimmen Raphaël Marionneau zu: In Zeiten globaler Veränderungen ist ‘le café abstrait’ ein kleiner Baustein, der Musik von Künstlern aus allen Ecken der Welt an einem friedlichen Sommertag vereinen kann.

Der Sommer kann kommen…

Raphaël Marionneau – le café abstrait Vol. 13

– 3-CD-Veröffentlichung 24. Mai 2019 –

Artist: Raphaël Marionneau
Titel: le café abstrait Vol. 13

Label: Stereo Deluxe
Vertrieb: Warner / Zebralution
Format: 3 CD & Digital
Release Date: 24. Mai 2019