Wiederkehrende Stilelemente der Popkultur

Popkultur, das ist die Art von Kultur, die uns im Alltag umgibt. Nichts Abgehobenes oder Spirituelles, sondern ganz konkrete Erscheinungen unserer Zeit – und der dahinterliegenden Tradition. Kultur ist stets mit kaum überschaubarer Vielfalt verbunden, sie reicht von der Sprache über den zwischenmenschlichen Umgang bis hin zu den Erzeugnissen aus Kunst und Wissenschaft.

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Die Popkultur nimmt ihren ganz eigenen, weiten Raum ein, mit eher unscharfen Grenzen. Manchmal wird sie auch als „Massenkultur“ bezeichnet, denn sie ist eben nicht der sogenannten Elite vorbehalten, sondern prägt unser aller Leben. Sie betrifft auch den Sport, die Medien, die Literatur und die populäre Musik. Bestimmte Elemente kehren immer wieder, einige von ihnen sollen hier zur Sprache kommen.

Helden und Bösewichte als Spannungsgaranten

Der Held und der Bösewicht sind zwei Komponenten der Popkultur, die sich wohl niemals verdrängen lassen. Im wirklichen Leben erscheinen die Menschen eher gemischt, mit hellen und dunklen Anteilen, aber in vielen populären Geschichten wird eine ganz klare Grenze gezogen. Dort tritt Gandalf, der weiße Zauberer gegen Sauron an, Harry Potter vernichtet Lord Voldemort und Spiderman besiegt den Green Goblin. Der Held siegt, erlangt Ruhm und Ehre (teilweise ohne es zu wollen) und alles ist wieder gut.

Moderne Märchen mit Happy End also, eine Fortführung uralter Traditionen, nur um einiges komplexer. Natürlich gibt es längst auch diese anderen Geschichten, mit verschwommenen Charakteren ohne klare Moral und einem Cliffhanger als Ende. Sie sind aber in der Minderheit, denn die meisten Menschen wünschen sich auch noch heute, das Gute vom Bösen zu unterscheiden – und schlussendlich den Helden siegen zu sehen. Gerade deshalb, weil das Alltagsleben oft sehr viel komplizierter ist und nicht immer „happy“ endet.
Ob real oder fiktiv: Spiele verleihen dem Leben Würze

Das Spielen gehört einfach zum Menschen dazu, darum treten in unserer Popkultur immer wieder echte und fiktive Spiele auf. Harry Potters Quidditch, das inzwischen auch als reales Sportspiel existiert, wäre ein passendes Beispiel hierfür. Auch Casino-Elemente bzw. Casino-Spiele lassen sich in der Popkultur immer wieder finden. Angefangen von Lady Gagas Welthit „Pokerface“ bis hin zu James Bond, dessen Lieblingsspiel das Roulette darstellt: Ein Klassiker, der schon seit dem 17. Jahrhundert die Menschen in den Bann zieht. Auch Blackjack spielt in Filmen wie „The Hangover“ oder „Rainman“ eine tragende Rolle.

Im letztgenannten filmischen Meisterwerk nutzt der erfolgsorientierte Charlie Babbitt das phänomenale Gedächtnis des Autisten Raymond dazu aus, im Kartenspiel möglichst viel Geld abzuräumen. Im digitalen Zeitalter sind wir nun schon ein gutes Stück weiter: Jetzt gibt es sogar schon ausgedachte Videospiele in Filmen, wie zum Beispiel das Arcade-Game Starfight aus dem alten Blockbuster Starfighter, der immerhin bereits aus den 80er Jahren stammt.

Die kalte Gänsehaut als gruseliges Stilelement

Grusel und Spuk gehören ebenfalls zu den wichtigsten Stilelementen der Popkultur. Ein kalter Schauer, eine Gänsehaut, ein spitzer Schrei: Manchen Zeitgenossen erscheint nichts schöner als das! Nur aus diesem Grund konnte Stephen King die Verkaufszahlen seiner Bücher jahrzehntelang auf höchstem Niveau halten. Auch die Heftromanserie über den Geisterjäger John Sinclair stößt ins selbe Horn, sie wurde 1973 ins Leben gerufen. Seit 2015 gibt es einen sogenannten Reboot, ein modernes Sinclair-Revival im E-Book-Format. Die Drei Fragezeichen katapultierten bereits ab den 60er Jahren die kalte Gänsehaut ins Hörspiel, während heute, im Jahr 2019, Horror-Games für Handy und Co. den Markt überschwemmen. Nicht zufällig wird Halloween hierzulande immer populärer, obwohl das große Gruselfest überhaupt nicht aus unseren Breitengraden stammt.

Vom flatterhaften Verliebtsein bis zur tiefsinnigen Liebe

Last but not least wäre die Romantik zu erwähnen, die sich aus der Volkskultur nicht mehr wegdenken lässt. Wie viele Arztromane wurden bereits geschrieben, wie viele fiktive Herzen gebrochen? Die Liebe lässt sich wunderbar verkitschen, überhöhen und auch verballhornen. Ebenso sehr lässt sie sich aber auch ganz realistisch darstellen, ohne Wenn und Aber, mit sämtlichen Ecken und Kanten. Ohne Liebespaar kommt kaum eine Story aus: Manchmal sind es Zwei, die gern zusammenkommen möchten, es aber nie schaffen – ein anderes Mal erleben wir die glückliche Zusammenführung getrennter Herzen.

Die Palette der Gefühle reicht vom flatterhaften Verliebtsein bis zur ruhigen, tiefsinnigen Liebe, die dem anderen (fast) alles verzeiht. Auch in der Pop-Musik trifft dieses Thema regelmäßig ins Schwarze. Der „Song for Whoever“ von The Beautiful South brachte es 1989 wunderbar auf den Punkt: „Oh Shirley, oh Deborah, oh Julie, oh Jane, I wrote so many songs about you, I forget your name.“ Bei so viel Liebe den Überblick zu behalten, fällt eben gar nicht so leicht.

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Die genannten Stilelemente haben eines gemeinsam: Sie werden garantiert niemals aus unserer Popkultur verschwinden, denn sie haben sich tief im Inneren des Menschen verwurzelt. Das macht sie unsterblich.