Romano - "Copyshop" (VÖ: 08.09.2017) unterhaltsam und humorvoll stellt Romano auf seinem zweiten Album viele Charaktere seiner Welt , sein Leben, seine Vergangenheit und seinen Alltag vor.

Romano – „Copyshop“

Romano hat das Fenster wieder runtergekurbelt und das Autoradio aufgedreht. Minimalbeats und Maximaltexte knallen raus.

Vor zwei Jahren tanzte der Rapper aus Köpenick raus aus dem Vorort, rein in die Welt, rappte über Metalkutten und einen Klaps auf den Po und erfand dabei ein neues Genre, in dem er jedes existierende auflöste. Der Mann, der in seiner Hood alle Nachbarn persönlich begrüßt, Straight outta Märchenviertel, fliegt 2017 ins ferne Hongkong und findet dort zu seinen Wurzeln zurück. In „Copyshop“ geht es um die Kopierläden, in denen Romano bis 2013 am Laserdrucker stand und um die Erkenntnisse, die er dort über die Welt gewann, während er die Menschen bei ihren Anstrengungen zur Vervielfältigung beobachtete.

Romano – König der Hunde

Romanos zweites Album „Copyshop“ ist das grobe Gesellschaftsportrait eines Künstlers, der das Ohr am Rinnstein hat. Elf feine Wummertracks, sprudelnd wie halbtrockener Rotkäppchen-Sekt, die er im Winter nach einer ausgedehnten Tour durch die Herzen aufgenommen hat. Vorher ist Romano mit dem Tiefgeschwindigkeitszug Molly zur Ostsee gefahren – mal runterkommen, mal ruhiger werden – um sich dann in das Auge des Kapitalismus zu wagen. In Hongkong drehte Romano Anfang 2017 einen Kurzfilm zum Album, in dem er noch mehr über den Sozialisationsort und das Kulturverständnis „Copyshop“ erzählt und in dem ein Tarotkartenleger, eine glänzend grüne Jets-Jacke und der chinesische Rapper MastaMic keine unbeeindruckenden Rollen spielen.

Romano - "Copyshop" (VÖ: 08.09.2017) unterhaltsam und humorvoll stellt Romano auf seinem zweiten Album viele Charaktere seiner Welt , sein Leben, seine Vergangenheit und seinen Alltag vor.
Romano – „Copyshop“ (VÖ: 08.09.2017) unterhaltsam und humorvoll stellt Romano auf seinem zweiten Album viele Charaktere seiner Welt , sein Leben, seine Vergangenheit und seinen Alltag vor.

Auch auf seinem zweiten Album bleibt Romano ein Künstler, der noch etwas zu erzählen hat. Dabei ist er ein Beschwörer. Ein Guru. Ein Volksversteher vor allem. Ein Lifecoach, der Freak genug ist, um sie alle zu kriegen. Seine Zöpfe sind länger geworden, seine Texte voluminöser und seine Beats absolut frei von Spliss. In „König der Hunde“ etwa erzählt er zu surrenden Schleppbeats von der Nachwendezeit, als würde sie alle betreffen. Nicht breitbeinig am Felsen stehen, wehende Haare, keine Heldengeschichten, sondern die Szenen der Wirklichkeit: Einbruch im Bunker, Couch bei Quelle bestellen, Umschulung, Kaffeefahrten.

Ebenso genau erzählend macht er in „Mutti“ der Frau eine Liebeserklärung, mit der es immer mal Ärger gibt – nicht nur, weil sie ein Parfüm von Gabriela Sabatini trägt. Ein Track, mit dem er die Regeln des Hip Hop bezüglich Müttern mal eben neu aufstellt. Als Pendant dazu rappt er in „Karl May“ über Väter und verzeihen können. Dafür hat es sich Romano mit Maschine, dem Sänger der Puhdys, in seinem Studiokeller gemütlich gemacht und hat ihn den Refrain einsingen lassen.

Romano – Mutti

In „Anwalt“ bounct Romano gegen die Sprachlosigkeit des Großstädters in der Krisensituation an, der eher den Anwalt anruft, anstatt dem Nachbarn mal eine Alpia-Schokolade auf die Fußmatte zu legen. Und das California-verliebte „Champagnerbar“ handelt vom würdigen Feiern im Alter an den Champagnerbars in den Einkaufscentern, die Romano hier als soziale Institution würdigt, in der die Upperclass einfach weggezwitschert wird.

Der Sprecher der Eckkneipe, der jedes Hemd tragen kann als sei es von Gucci, pustet aus seiner 2-Zimmerwohnung Glamour wie Seifenblasen. „Ich bin dankbar, wenn ich die Heizung auf 2 drehen kann und keine Kohlen mehr holen muss. Ich kenne ja noch das DDR-Außenklo“, sagt er und macht im Sinne dieser Einstellung die große Integrationsmusik. Für enge Stirnen und große Augen. So wird in „Ja, ich will“ der drangsalierende Druck auf das Objekt der Begierde, den der klassische Lovesong gemeinhin auslöst, aufgehoben und gleichzeitig mit dem Klischee des Haters hantiert. „Hater gibt es nicht. Ich liebe alle Menschen“, sagt Romano dazu.

Er hat die Spiritualität zum Coolnessfaktor erhoben und macht uns zu dem Menschen, der wir immer schon sein wollten. In seiner Musik umarmt Romano die ganze Welt, bis sie zu seinen verqueren Liedern zuckt. „Der Weichspüler ist heute überall angekommen. Das Kantige fehlt, ich hoffe, dass es der ein oder andere in meiner Musik noch hört.“ Er zeigt uns die Magie der kleinen Dinge, er zeigt uns, wie man dem Hyperkapitalismus widersteht, wie man glücklich sein kann, in der Welt der Formen. Die Welt braucht jetzt Romano.

Video/Kurzfilm: Copyshop

Romano im Herbst auf „Copyshop“ Tour 2017

24.08. Berlin – Pop Kultur Festival (Kulturbrauerei)
25.10. Dresden, Scheune http://bit.ly/2sqJoHh
26.10. Leipzig, UT Connewitz http://bit.ly/2sqJv5F
27.10. Erfurt, Kalif Storch http://bit.ly/2sBx45k
28.10. Nürnberg, Nürnberg Pop – Festsaal Künstlerhaus http://bit.ly/2tsHi8b
30.10. Graz, PPC http://bit.ly/2sqZfFE
31.10. Wien, Grelle Forelle http://bit.ly/2rWcz1m
02.11. München, Strom http://bit.ly/2rROuxu
03.11. Freiburg, Waldsee http://bit.ly/2sUvte0
04.11. Stuttgart, Wizemann Club http://bit.ly/2sqN3Vg
06.11. Frankfurt, Zoom http://bit.ly/2sUn3mL
07.11. Köln, Gebäude 9 http://bit.ly/2ttvanf
09.11. Berlin, Columbiahalle http://bit.ly/2rVuepY
10.11. Hamburg, Docks http://bit.ly/2sBxx7A
11.11. Bremen, Tower http://bit.ly/2sr4O6Q
12.11. Hannover, Musikzentrum http://bit.ly/2tOq8kK

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